vanilla coke
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Beiträge von vanilla coke

    Hallo Tay

    ich hab ja auch einen Osteuropäer. Und nein, die sind absolut nichts für Anfänger, weil sie eben neben dem Schäferhundewesen auch noch eine Portion das Mitbringen, was man sonst von HSH kennt.

    Ich habe versucht mich mit dem HSH Charakter auseinanderzusetzen und das hat wirklich geholfen, meine Vorstellungen und Ansprüche runterzuschrauben. Wie ihr sagt, mein Hund muss nicht alle mögen, muss nicht überall dabei sein und ich respektiere seine Bedürfnisse. Und es gibt Dinge die kann und muss man nicht wegerziehen, nur um anderen zu gefallen. Klar soll er keinen schreddern und anfallen. Aber da liegt es an mir ihn gar nicht erst in die Situationen zu bringen, bevor er sie nicht händeln kann. Und vielleicht wird er es auch nie. Hundewiese und Hundestrand, wo dutzende fremde Hunde toben und in seinen Individualbereich donnern werden wahrscheinlich nie für uns drin sein und das ist ok so.

    Das, was du als Training über die Dominanzschiene beschriebst ist für diese Hund nix Brutales oder Heftiges. Die haben einen SEHR starken Willen, brauchen Deutlichkeit und Konsequenz, je deutlicher du ihm machen kannst, was du willst und was nicht, desto eher die Chancen, dass der runter kommt. Und sind leider gar nicht leicht zu vermitteln. Hast du mal probiert, Nasenarbeit zu machen? Klingt so als habe dein Hund sich gleich einen Haufen Jobs gesucht und ist ansich ziemlich überfordert damit, damit kriegst du den vielleicht eher runter.

    Die Vermittlung stagniert mehr oder weniger.

    So wirklich anspruchsvoll machen wir noch keine Nasenarbeit. Ich verstecke bloß seinen Futterdummy oder Ball, den er dann sucht. Meist du Mantrailing oder sowas in die Richtung?

    Hast du mal überlegt, dir zeigen zu lassen, wie man ihn mit Halti führen könnte?

    Das Halti akzeptiert er gar nicht. Ich habe es echt lange und kleinschrittig versucht aufzutrainieren. Zuhause geht es, aber draußen dreht er damit durch und macht keinen Schritt, bis er es nicht losgeworden ist.

    Für Verträglichkeit sind sie auch nicht bekannt, und grad wenn du einen aus deutscher Zucht erwischt hast, hast du einen ganzen Haufen Baustellen mit eingekauft. Vielleicht mal Blutbild mit Schilddrüsenwerten checken?

    Kannst du da ein bisschen mehr dazu sagen? Welche Baustellen haben die deutschen Zuchten? Also die Herkunft ist mehr oder weniger unbekannt. Scheint auf jeden Fall kein seriöser Züchter gewesen zu sein. Er kommt laut Heimtierausweis aus Frankfurt am Main, aber da gibt es eigentlich keinen VEO Züchter.

    Aus welchem Bundesland kommst du denn?

    Wir wohnen aktuell noch in BaWü.

    Ich möchte dieses Jahr aber nach Bayern (Familie) oder Berlin (Freunde) ziehen.

    Hi Anne,


    Ich glaube tatsächlich nicht, dass er einen bösartigen Charakter hat.

    Inzwischen bin ich der Meinung, dass er wirklich glaubt er oder ich seien in Gefahr.

    Und diese eingebildete Bedrohung versetzt ihn in einen Zustand, in dem er sein und/oder mein Leben verteidigt.

    Was genau ihn triggert kann ich leider nicht endgültig festmachen, aber er macht das nicht aus Spaß und ist im puren Stress.


    Da kommt halt Genetik, mangelnde Frühsozialisierung und unzureichende Führung zusammen.


    Eigentlich ist er genau so, wie er sein soll.

    Wachsam, misstrauisch, mutig, offensiv. Gleichzeitig sehr anhänglich und er will unbedingt gefallen und einem in die Seele kriechen. Dieser Hund würde für seine Menschen durchs Feuer gehen.

    Leider sind diese Eigenschaften in den falschen Händen destruktiv für Hund und Umgebung.

    Sehr trauriges Schicksal, wenn man mich fragt.

    Aber bösartig ist an ihm nichts.

    Bösartig ist, was ihm angetan wurde/wird. Er kann nichts dafür.

    Hallo, ich wollte mal ein Update geben.


    Ich habe den Hund immer noch. Es gab zwei Interessenten, die ersten haben ihn nach 10 Tagen zurück gebracht und die zweiten nach 2 Tagen (haben aber schon am ersten Abend Bescheid gesagt, dass sie doch nicht klar kommen und er wieder zurück muss).


    Ich war inzwischen in zwei Vereinen, der erste war absolut Mist und ich würde sagen zweifelsfrei tierschutzwidrig.

    Da habe ich erst mal eine Erziehungskette bekommen und die anfänglich grenzwertigen Korrekturen sind sehr schnell eskaliert. Gebracht hat es langfristig nichts, auch wenn mir eingeredet wurde, dass es anders nicht funktionieren wird.


    Danach bin ich in einen Schäferhundverein und dort kam als erstes die Kette weg und ich einen Einlauf.

    Wir haben mit Einzeltraining angefangen, sind dann in die Unterordnung gekommen und machen jetzt Longieren.

    Es hat sich vieles verbessert, die Leinenführigkeit ist echt akzeptabel (ich konnte ja vorher vor Schmerzen quasi kaum noch mit ihm gehen), die Leinenaggression ist auch gut händelbar und wir kommen an den meisten Hunden ohne Theater vorbei.

    Leider gibt es immer noch Situationen, in denen er komplett ausrastet und hinter den Augen keiner mehr da ist, aber das passiert nicht mehr so oft und regelmäßig.

    Er war sogar eine zeitlang bei einem Dog walker in der Gruppe und hat dann aber laut Dog walker "komplett ohne Vorwarnung und aus dem Nichts" einen Hund attackiert (wegen Maulkorb ist zum Glück nichts schlimmeres passiert).

    Der Dog walker (mit eigener Hundeschule) war auch sehr entsetzt, da wochenlang alles gut ging.

    Zumindest hat es jetzt endlich mal ein Trainer miterlebt, denn ich wurde bisher nicht wirklich ernst genommen mit dem Thema. Alle finden ihn "nicht so schlimm" und man traut es ihm einfach gar nicht zu, wenn man es selber nicht gesehen hat.


    Naja jedenfalls ist das so im Großen und Ganzen der aktuelle Stand. Ich habe durch die zwei Vereine und die Social Walks inzwischen viele Hunde unterschiedlicher Rassen kennen gelernt (auch Schäfis, allerdings Showlinie) und kann sagen, dieser Hund ist einfach anders. Der hat so viel Trieb und ich fürchte vorallem einen sehr auseprägten Wehrtrieb, in den er schnell rutschen kann und dadurch sehr explosiv und unvorhersehbar ist. Ich versuche mich so gut es geht fortzubilden und hab einiges aus der Gebrauchshundewelt gelernt, was mir sehr weiterhilft, das Verhalten besser zu verstehen und einzuordnen.


    In den Worten einer der vielen Trainer:innen, bei denen ich war, das ist kein normales Haustier und das merkt man einfach.

    Inzwischen kommen wir relativ gut zurecht, er steht immer noch zur Vermittlung frei, aber es gibt keine Interessenten.

    Ich habe mich mehr oder weniger damit arrangiert, dass dieser Hund hier und wohl der "größte Fehler" meines Lebens bleibt.

    Aber ich mag diesen Fehler auf vier Beinen auch sehr, wir machen definitiv Fortschritte und es lässt sich relativ gut mit ihm leben inzwischen. Auch wenn es kein entspanntes, sorgenfreies Leben ist und vermutlich nie sein wird.


    Am Ende tut mir tatsächlich am meisten immer noch der Hund Leid.

    Der hätte einfach so weder produziert (ein vernünftiger Züchter war es ja ziemlich sicher nicht), noch zu seinen ersten Besitzern, noch zu mir kommen dürfen. Er hat eigentlich krass viel Potenzial, aber ist in der komplett falschen Umgebung und den falschen Händen.


    Viele Grüße,

    die mit dem durchgeknallten Osteuropäer

    vanilla coke, was heisst das "aus dem letzten monat machen wir jetzt noch das beste"?

    Ich versuche eigentlich alle Fragen chronologisch zu beantworten, aber diese schiebe ich mal vor, damit es nicht ein blöder Cliffhanger wird.


    Also ich bin mir aktuell ziemlich sicher, dass ich diesem Hund nicht gerecht werde und er ein besseres Zuhause haben kann. Ich habe ja auch explizit bestätigt bekommen, dass nicht der Hund, sondern ich das Problem bin.

    Auch wenn sowohl Trainer, als auch Sitter der Meinung sind, dass es ein Charakterhund ist, der in manchen Bereichen leicht beratungsresistent ist. Die Trainerin ist ebenfalls der Meinung, dass es nie ein Mitläuferhund sein wird und er immer eine absolut konsequente und starke Führung brauchen wird, um der "Traumhund" zu sein, den sie in ihm sieht (Traumhund im Sinne von Intelligenz, Arbeitswille und Motivation/Trieb, wie man es auch nennen mag).


    So, wenn das im Juni dann endgültig entschieden ist, werde ich ihn NICHT an den erstbesten Idioten wie mich verticken und er kommt auch nicht ins Tierheim.

    Ich werde mit größter Sorgfallt nach einem Menschen suchen, bei dem er ein besseres Leben hat und die Strukturen und Regeln bekommt, die er braucht.

    Wenn das ein halbes Jahr dauern sollte, dann ist das so.

    In der Zeit werde ich weiter möglichst viel Vorarbeit leisten, idealerweise machen wir in den nächsten Tagen eine Schnupperstunde im Schäferhundverein und fangen anschließend einen Hundesport an.


    So ich glaube das ist das wichtigste als Schlusswort für heute.

    Gute Nacht Allen!

    ...vielleicht sollt man bei seinem Hund, egal wie er ist, welches Alter er hat, was für eine Vorgeschichte er durchleben musste - diesen Hund als Hund sehen. Versuchen ihn zu lesen, nicht zu überfordern und Geduld haben. Nichts erzwingen und ihn auch mal so lassen wie er ist - einfach Hund. Grenzen zeigen und wenn man selber merkt, dass man ungeduldig wird oder keinen Kopf hat - weg gehen, sein lassen. Später probieren.

    Ich glaube egal ob er bei mir bleibt, oder so wie es ausschaut ein neuen Zuhause finden muss, wird das die richtige Strategie sein. Ihn einfach so anzunehmen wie er ist.

    Natürlich mit Motivation und Initiative zur Verbesserung, aber letztendlich muss man seine Genetik und seine Persönlichkeit ein Stück weit akzeptieren.


    Das fällt mir wahnsinnig schwer. Ich will so sehr, dass er gut und lieb ist, ihn alle mögen und er nicht das Stereotyp vom aggro, psycho Schäferhund ist, das so weit verbreitet zu sein scheint. Dieses "typisch Schäferhund halt" emfpinde ich immer als sehr beleidigend der Rasse gegenüber.

    Andererseits gibt es halt Eigenschaften, die mehr oder weniger "typisch Schäferhund" sind.


    Letztens sind wir abends zum letzten Gassi Gang raus und im Dunkeln saßen meine Nachbarn mit Freunden. Ich habe sie nicht gesehen und bin raus, Hund stellt plötzlich die Lauscher und Rute auf Alarm und bellt die Leute an.

    Ich habe mich in Grund und Boden geschämt, gleich hektisch Aus und Nein und entschuldigt.

    Und einer der Leute meinte "das ist ein Hund, der macht nur seinen Job".

    Und danach habe ich mich auch gefragt, wieso ich nicht mal normales Hundeverhalten akzeptieren kann.

    der war ziemlich genauso wie deiner: hat reingepinkelt und wände zerfetzt wenn ich ihn allein gelassen habe, hat vor meinen schreibtisch gepinkelt (also da wo ich immer gesessen habe), hat jeden kot gefressen, den er finden konnte, hat in zürich einen jogger in den bauch gebissen und in konstanz einen müllmann in den hintern. ich hatte zweimal eine anzeige wegen dem biss, mit schadenersatz, er hat alles gejagt was beine hatte und auch katzen getötet, er hat meinen behinderten mitarbeiter aufs korn genommen, und dann habe ich ihn nach etwa 1 jahr wieder in das tierheim zurückgebracht.

    Oh wow krass =O .

    Da habe ich es ja echt noch gut erwischt. Wenn meiner einen Menschen gebissen hätte oder ein Tier getötet, wäre das für mich leider auch der absolute Schlussstrich. Da gäbe es keine Zweifel mehr, dass ich der Sache nicht gewachsen bin bzw. der Hund wikrlich Hilfe braucht, die ich nicht geben kann.


    Ich glaube das ist so ein bisschen der Grund, wieso ich mich so schwer entscheiden kann.

    Einerseits bin ich hoffnunglos überfordert und verzweifelt, andererseits schaffen wir es ja schon relativ gut und kommen mit einem blauen Auge davon, wenn ich die Situation doch falsch einschätze.

    Ich weiß ja auch, dass wenn etwas schief geht, ich in den meisten Fällen meinen Hund in eine Situation gebracht habe, die er nicht händeln kann. Mit richtigem Managment kann man ihn schon in die Welt da draußen lassen.


    Weißt du, was aus dem Hund geworden ist, den du wieder abgeben hast?

    Hallo Anne,

    ich hab dann mal angefangen ihm die schnauze runterzudruecken und oder den hund im nacken in den platz position gedrueckt wenn er ganz frech war.

    Ich glaube das ist nichts für mich zarte Pazifistin :S . Vielleicht als absolute Managment Lösung, wenn er ganz arg bei einem Hund ausrastet und ich ihn nicht anders halten kann, aber für den Alltag ist das glaube ich für mich nicht machbar.

    gegen das ziehen hat so ein erziehungsgeschirr geholfen, sofort. name HALTI

    Das Ding ist, er versteht das Prinzip der lockeren Leine und kann das auch. Nur macht er es nicht.

    Also, nachdem jetzt alles geklärt ist ;) darf ich fragen, wie du zum Beispiel die Übung "ich gehe vor dem Hund aus der Tür" durchführst :love: :love: pretty please? :)

    Also das machen wir wirklich konsequent.

    Er setzt sich oft schon von alleine vor die Tür und wartet bin ich durch bin und dann Freigabe gebe.

    Und falls er doch mal zu schnell aufspringt, dann schicke ich ihn wieder ins Platz, gehe raus, schaue nach links und rechts und lasse ihn dann nachkommen.

    Das funktioniert einwandfrei.

    Nur sobald wir draußen sind ist er ruckzuck wieder ganz vorne am Ende der Leine.

    Er will immer vorne sein.

    Beim Social Walk ist es am schlimmsten. Oder generell sobald noch andere Menschen dabei sind.

    Am schlimmsten dennoch bei Hunden. Er muss vorne gehen, sonst dreht er durch.

    So haben wir immer unseren "Ehrenplatz" an der Spitze...

    Ich finde, er klingt auch sehr unsicher und da wäre es toll, wenn du es schaffen könntest metaphorisch und buchstäblich mit gehobener Brust die Starke von euch beiden zu sein und auch für ihn als positives Vorbild voranzugehen.

    Ich bin manchmal wirklich zwiegespalten, ob er ein armes, kleines, ängstliches Würstchen ist oder ein offensiver, dominanter Prolet.

    Da bekomme ich auch unterschiedliches Feedback, die einen halten ihn für unsicher und die anderen für hyperdominant.

    Vielleicht ist es ja auch beides, je nach Situation.

    Aber ich denke egal was er von beidem ist, eine starke und sichere Führung muss ich in beiden Fällen geben können.

    Die Trainerin meinte ich solle mir vostellen, ein bisschen arrogant zu sein und mich dann so verhalten, also von Körperhaltung und Autreten. Das wäre wohl das am einfachsten zu veranschaulichen.

    Was das

    "Meine Instabilität muss sich für meinen Hund wie eine gespaltene Persönlichkeit anfüllen.

    Heute "Mausi Baby DutziDutzi", morgen "Nein, jetzt reichts, Aus".

    Da kann man ja nur durchdrehen." angeht, möchte ich dir nur sagen, solange du das Top oder Flopp von dem Verhalten des Hundes und eben nicht von einer eigenen Stimmung bzw Einstellung abhängig machst, geht es genau so!

    Ich fürchte manchmal mache ich es leider von meiner Stimmung abhängig.

    Mein Hund reagiert aber auch irgendwie sehr stark auf Lob. Er dreht wirklich ziemlich auf und ist dann echt drüber. Eigentlich hat die Trainerin geraten ihn nicht zu loben oder sehr wenig bzw reduziert.

    Ich muss auch sagen, er stolziert eigentlich eh schon mit aufrechter Rute und erhobenen Hauptes durch die Gegend. Wenn ich ihn lobe dann mutiert er zu Napoleon :D.

    Ich finde das ehrlich gesagt auch irgendwie nicht schlimm oder ganz schön, dass er nicht ängstlich wirkt und Selbstbewusstsein hat, andere hingegen deuten das immer viel negativer.

    Im Übrigen ist mir in letzter Zeit verstärkt aufgefallen, dass andere Hunde ihn ziemlich anpöbeln. Also recht häufig initiieren die anderen Hunde den Stress. Und die Halter sind oft ziemlich überrascht, weil das für ihre Hunde wohl ungewöhnlich ist.

    Früher ist er jedes einzelne Mal darauf eingestiegen und hat sich noch mehr aufgeregt, als die anderen Pöbler. Inzwischen schaffen wir es ab und an, dass er ruhig bleibt, was auf die anderen Hunde aber nicht deeskalierend wirkt.

    Ich weiß nicht, ob es an seiner kleinen Napoleonpersönlichkeit liegt oder daran, dass er intakt ist.

    Aber naja, oft genug ist er auch der Instigator.

    Hallo Karin,

    Ich bin vernarrt in DSH, ob es wirklich die richtige Rasse für meinen Way of Life (leben und leben lassen) ist, wer weiß das schon 8)

    Also ich denke schon, dass meine Way of Life zu inkompatibel ist mit so einem "Charakterhund".

    Im Endeffekt bin ich auch eher so der hippie dippie Friede Freude Eiekuchen Typ.

    Im Gegensatz zu dir fehlt mir aber die von dir angesprochene Kompromissbereitschaft.

    Also einer muss sich ändern, Hund oder ich. Hund wird sich nicht ändern, bleibt nur noch ich.

    Aber es klappt einfach nicht.

    Tatsächlich "funktioniert" mein Hund am besten, wenn ich ihm wenig Aufmerksamkeit schenke, nicht lobe und mehr oder weniger die einzige Interkation eine Korrektur ist. Aber so ein Zusammenleben kommt für mich nicht in Frage.

    Seine Leinenführigkeit bei Dritten ist perfekt, bei mir eine kleine Katastrophe und und und. Er kann alles, nur eben nicht bei mir... weil ich nur der Kumpel bin.

    Bei meinem Sitter läuft er auch top an der Leine. Dann hole ich ihn ab und man kann in Echtzeit beobachten, wie die Leinenführigkeit von Minute zu Minute schlechter wird....

    Das ist für mich so frustrierend, dass er alles kann, aber bei mir nicht macht. Außer ich bin eine emotionslose Eiskönigin, die nur Befehle erteilt, dann klappt es halbwegs.

    Ich bin aber zu "baby baby dutzi dutzi mach das bitte, bitte, weil ich dich so lieb hab".

    er wirkt zufrieden mit mir und ich hab mich mittlerweile (wieder) damit abgefunden, dass es so ist, wie es ist.

    Das ist meine größte Sorge, dass mein Hund nicht zufrieden ist bzw. ein besseres Leben haben könnte.

    Und die größte Motivation ihn abzugeben.

    Ich glaube einfach er hat es besser verdient. Es kann nichts dafür, dass es so ist, wie er ist und ich nicht damit umgehen kann.

    Hallo Palinka,

    Darf ich fragen, was und wie Du arbeitest ? Wie lange ist Dein Hund allein ? Was machst Du mit, um ihn auszulasten ?

    Ich arbeite als Technical Writer in einem Pharmaunternehmen, 80% in home office. Manchmal bin ich aber auch die ganze Woche zuhause, meine Chefin sieht das mit dem einen Bürotag in der Woche nicht so streng.

    Der Hund bleibt am Bürotag für 3 bis 4 Stunden alleine und wird dann von einem Sitter abgeholt. Auf dem Weg von der Arbeit sammel ich ihn dann wieder ein.

    Zur Auslastung, wir gehen täglich etwa 3 Stunden spazieren. Zuhause machen wir Suchspiele mit Futter. Zuhause und draußen, wenn ich einen guten Platz finde, tranieren wir mit einem Futterdummy. Also ich werfe den Dummy, Hundi muss im Platz bleiben, bis ich zum Apportieren freigebe. Oder ich verstecke den Dummy während er im Platz liegt und schicke ihn dann suchen. Wir zergeln auch viel, auf Kommando wird angefangen und aufgehört. Im Sommer waren wir oft schwimmen und haben regelmäßig Frisbee gespielt. Ab und an nehmen wir an Social Walks teil, allerdings ist das für mich ziemlich anstrengend. Ich glaube ein strukturierter Hundesport würde ihm echt gut tun. Fahrrad fahren habe ich probiert, hat aber leider nicht geklappt.

    Ich hatte auch wenig Erfahrung mit "Gebrauchshunden" und mir einen Hund gewünscht, den ich überall mitnehmen kann und der mit allem und jedem verträglich ist. Dem ist leider nicht so. Aber das habe ich mittlerweile akzeptiert und dadurch kann ich es besser händeln.

    Es fällt mir wahnsinnig schwer zu akzeptieren, dass meiner nicht verträglich ist. Ich empfinde das als persönliches Versagen ihm gegenüber. Wenn ich es nur "besser" machen würde, könnte er mit anderen Hunden Spaß haben.

    Ich bilde mir auch ganz fest ein, dass er Kontakt zu Hunden will. Aber ich bin da kein objektiver Betrachter.

    Beispiel 1: (etwas überzogen, weil mittlerweile hat mein Mann auch vieles gelernt)

    Warum haben meine Hunde mehr Vertrauen zu mir und folgen mir besser?

    Natürlich weil ich mehr mit ihnen arbeite, klar, aber warum auch dieses weniger Vertrauen zu meinem Mann?

    Weil er, aus Sicht der Hunde, nicht vorhersehbar ist, nicht einschätzbar. Oft sind seine Reaktionen, wie Schimpfen oder kscht oder Pfui, für die Hunde völlig zusammenhangslos und ungerechtfertigt. Liegt daran, dass Leute manchmal eine grosse Toleranz gegenüber einem Verhalten des Hundes zeigen (aus Bequemlichkeit?) und das nächste Mal diese Toleranz nicht zeigen, "weil der Hund ja erzogen werden muss" oder mann es jetzt eilig hat, oder Leute da sind, oder man zum Tierarzt muss, oder oder oder

    Ich glaube ich bin da so wie dein Mann. Ich toleriere sehr lange und sehr viel und dann läuft das Fass über und ich reagiere komplett überproportional zum "Vergehen".

    Bequemlichkeit spielt mit Sicherheit eine Rolle. Ich will mich manchmal einfach nicht damit auseinandersetzen oder kann es nicht und ertrage/dulde schlechtes Verhalten. Das ist vermutlich das größte Problem bei uns mit der Leinenführigkeit. Da neige ich auch oft dazu, ihn einfach ziehen zu lassen, weil ich keine Lust habe diesen Kampf auszutragen oder aus einer Hilflosigkeit heraus. Bis mir der Arm so weh tut, dass ich schon fast mit Heulkrampf sauer werde. Das ist ja so ziemlich das absolute Gegenteil zu Konsequenz. Aus seiner Sicht "darf" er ja ziehen, bis er es plötzlich nicht mehr darf. Ich hatte mir mal vorgenommen, "ab heute gibt es kein Ziehen mehr, egal ob morgens um 5:30 oder spät abends, egal ob es eine kleine Runde in der Mittagspause ist oder die lange Runde nach der Arbeit".

    Das habe ich ein paar Tage durchgehalten und konnte auch wirklich eine Verbesserung beobachten.

    Und dann kam wieder, zu müde, zu gestresst, zu überfordert, "dann mach doch was du willst".

    Bekannte hatten Probleme mit dem Kackefressen ihrer Labradorhündin. Die liess sich von den Haufen auch nicht abrufen und bekam meist geschimpft, wenn sie dann endlich wieder zurückkam. Selbst wenn sie manchmal nicht geschimpft bekam, waren da dennoch die angewiderten Reaktionen ihrer Halter auf ihr stinkendes Maul und das Geschehene.

    Ich kannte diese Vorgeschichte gar nicht, bis zu dem Tag, als sie mich anriefen, weil die Hündin schon seit dem Vorabend nicht mehr zuhause war aber sie konnten die Hündin in der Nähe des Hauses "herumlungern" sehen.

    Sie war einfach gar nicht mehr zurückgekommen! So schlimm war mittlerweile das Gefühl der Hündin das sie nach dem zurück zum Halter kommen hatte, dass sie beschloss ganz wegzubleiben!

    Oh wow, ich weiß nicht wieso, aber die Geschichte man mich echt traurig.

    Kann mir gar nicht vorstellen, was für eine schlimme Situation das für die Hündin gewesen sein muss.

    Sie muss das wirklich als große Ablehnung empfunden haben.

    Wie haben deine Bekannte das Problem gelöst?

    Hallo SaLoDeTo,

    Ich bin schon gestresst nachdem ich Deine Beiträge gelesen habe, weil Du gestresst bist, und genau das überträgt sich auf den Hund.

    Ich bin in der Tat sehr gestresst, eigentlich inzwischen dauerhaft.

    Die Probleme mit dem Hund vereinnamen aktuell so ziemlich mein ganzes Leben.

    Der Tag beginnt nun mal mit Gassi gehen und endet damit. Und so beginnt mein Tag mit Stress und endet mit Stress.

    Ich hab eigentlich schon eine richtige "Gefahrenkarte" der Umgebung in meinem Kopf.

    Wo wohnen die Katzen, wo wohnen die Hunde, wo geht wer spazieren. Und dann navigiere ich uns durch diesen (für mich) Spießrutenlauf.

    Dass diese Anspannung auf den Hund abfärbt bezweifle ich nicht.

    Ich würde an Deiner Stelle erstmal tief durchatmen und überlegen, was Dir mit Deinem Hund Spass macht und versuchen mich darauf zu konzentrieren, soweit es geht.

    Das habe ich eine zeitlang gemacht und es war temporär auch eine gute Lösung.

    Also mich hauptsächlich auf die schönen Dinge konzentriert und den Problemen aus dem Weg gegangen.

    Gerade im Winter und Frühlingsanfang hat das auch gut geklappt. Immer wenn richtig schlechtes Wetter war ging es raus, die Luft war frei und bei strömendem Regen konnten wir relativ ausgelassen Spaß haben.

    Jetzt bei gutem Wetter sind all unsere sicheren Routen und Plätze belegt. Kann ja auch keinem einen Vorwurf machen mit seinem eigenen Hund rauszugehen.

    Zudem habe ich dann Zweifel bekommen, ich MUSS doch an den Problemen arbeiten, man DARF den Problemen nicht aus dem Weg gehen, es MUSS Fortschritte geben, uns rennt die Zeit davon, weil er noch jung ist und es später nicht leichter wird.

    Ich kann mich von der Idee des Mitläuferhundes einfach nicht nachhaltig verabschieden. Der entspannt im Cafe liegt, mit anderen Hunden spielt und der 10 Meter hinter einem hertrödelt, ohne das man sich Gedanken machen muss, ob und wer da kommt, weil man ganz genau weiß, dass der eigene Hund nichts tun wird.

    Zu akzeptieren, dass das nie möglich sein wird, fühlt sich an wie aufgeben/versagen/ihm nicht das Leben ermöglichen, dass ein Hund führen sollte.