Schafring
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Beiträge von Schafring

    Wie hab ich den Hunden das STEH beigebracht


    Als Junghund Welpe so wie es der Hundesportler auch macht,

    an den für spätere Hütearbeit wichtigen Stellen Hund stehengelassen und weitergelaufen, langsam Distanz vergrössert und abgerufen

    Mal ein Netz aufgebaut und den Hund die wichtigen Stellen gezeigt und dort das Steh gezeigt, ihn in so einem leeren Pferchnetz dann auch innen an den Ausgang laufen lassen und wenn er das Ausgangseck erreicht hat, Kommando Steh, wenn das klappte, stehen lassen , ich lief weg und dann abrufen.


    Wenn man dann glaubt das all diese Trockenübungen klappen sollte man es bei und mit der Herde probieren.

    Das klappt dann natürlich auch nict sofort, gabs dann Hilfsmittel wie selber mit stehen bleiben, eine Hilfsperson mit dem Hund stehen lassen, Hund an einen Pfahl anhängen, die Leine über den Hund legen, die Leine über das Pferchnetz hängen......

    Bedenkt das die Schafherde etwas sehr bewegliches, evtl, etwas sehr schnelles oder auch etwas sehr störrisches ist und es bei dieser Ausbildung eine stets wechselnde Interaktion nicht nur zwischen Hund (meistens 2Hunden) und HF gibt sondern auch noch ein paar hundert (Schutzdienst)Helfer mit unterwegs sind.


    Und jetzt -Gute Nacht

    STEH beim Einzug ins Gehüt, bzw. an der Ecke

    Wenn die Herde auf dem Weg zieht und sie muß abbiegen um eine Ecke in einen anderen Weg oder in die Weidefläche die der Schäfer vorgesehen hat soll der HGH an diesem Eck stehen bleiben um zu verhindern daß die hinteren Den Weg abkürzen und dadurch Flurschaden au einem fremden Grundstück verursachen, sollten es aber trotzdem Schafe probieren muß er agieren indem er möglichst im Ansatz auf seiner Grenze hinlauft, hier heißt dann STEH nicht stocksteif sondern auch selbstständig reagieren.Sind die letzten Schafe ums Eck darf er seine Arbeit an der Herde fortsetzen, entweder am Weg wehren oder siene Furche (Weidegrenze) einnehmen wenn es in eine neue Weidefläche ging.

    Haupthund steht am Eck, erhobene Schippe ist das Sichtzeichen für STEH


    Ein weiteres STEH ist das sogenannte STELLEN

    Die Aufgabe des Hundes ist dabei eine zu schnell vorwärts fressende herde zu "kippen", also die erste Reihe der voranstrebenden Tiere zum Umdrehen zu bewegen und dadurch ein zu schnelles Fressen der Tiere zu verhindern,

    Dabei wird der HGH in ziemlichem Abstandt vor die Herde geschickt (falls er nicht bereits auf der Kopffurche wehrt). Von da aus muß er langsam auf die Herde zulaufen und wird 3mal mit dem STEH - Kommandogestoppt. Das 3. mal sollte dann zum kippen der Herde geführt haben. Dann hat er gerade zu seinem Ausgangspunkt zurückzulaufen und seine Arbeit dort fortzusetzen, das Wehren an der Furche.

    Diese Übung ist eine Gehorsamsübung für die HGH - Prüfung und das Leistungshüten, in der Praxis siehst du das kaum.

    Wehren in der Furche, beim Leistungshüten Rasenmäherspur

    links steht meine Farina am Pferchausgang, ich versuche die Herde anzulocken.

    sie steht zu weit im Pferchausgang, so ist das anlocken etwas schwieriger.

    Beim Leistungshüten arbeiten die Hunde und der Schäfer an einer fremden Herde und kann da vorher natürlich auch nicht trainieren. (Verlang das mal vom IGP Sportler bei der Bundessiegerprüfung X()

    Beim Einpferchen dann steht sie am Ende der ausgestellten Hurde rechts damit kein Schaf daneben vorbei läuft.

    X(Ste X(hen X( X( X(an Hindernissen und der Brücke.

    Im Alltag wie auch im Leistungshüten eine wichtige Übung um zu verhindern das ein Teil der Herde neben der Brücke in den Fluß hüpft oder sich einzelne Tiere beim vorbeiziehen an einer ldw. Maschine verletzen können.

    Sehr hilfreich ist das feste Stehenbleiben des Hundes auch wenn die Herde auf der Straße durch eine Ortschaft zieht und der Hund an offenen Hoftoren und Gartentüren ste hen bleibt das da nicht ein Teil der Tiere reinläuft.

    Wenn ich eine Straße überqueren mußte habe ich gern mit dem Beihund die Herde sammeln lassen während der Haupthund schon am Straßenrand stand um zu verhindern das die Herdenspitze vorzeitig losläuft. Beim Zug über die Straße sollte der Haupthund dann wie ein Schülerlotse arbeiten.

    Das STEH


    Sitz und Platz ist für die HGH vollkommen unwichtig wird noch nicht mal in der HGH-Prüfungsordnung verlangt.

    Das STEH jedoch ist für eine ordentliche Hütearbeit sowohl im Alltag als auch für Hüteprüfungen ziemlich wichtig.


    Bei welchen Aktionen muß ein Herdengebrauchshund das Steh beherrschen ? Das zieht sich durch einen ganzen Hütetag und dito die HGH-Prüfung.

    Beim Auspferchen der Herde springt der Hund auf Kommando in den Pferch, oder wird durch die bereits geöffnete Ausgangsöffnung (beim LHüten ca 6-8m) reingeschickt, macht seitlich leichten Druck auf die Herde, die vom Schäfer ausserhalb des Pferches angelockt wird. Sobald die Herde anzieht begibt sich der Hund an der Innenseite des Netzes (Holzhurden sind in der alltäglihen Praxis nicht mehr üblich) an den Pferchausgang und bleibt dort stehen bis das letzte Schaf draußen ist, wird dann vom Schäfer abgerufen und sollte möglichst auf der gleichen Seite an der Herde entlang kommen und nicht etwa hinten auf di andere Seite wechseln.

    Sinn dieser Aktion ist zu verhindern das die Schafe beim Austrieb das Netz über den Haufen rennen.


    Wenn mit 2 Hunden gearbeitet wir steht der 2. im Idealfall auf der anderen Seite des Ausgangs.

    .

    Beim Wiedereintrieb ist diese Aktion entsprechen, nur sollte der Hund da auf der Seite stehen wo die größere Gefahr besteht das ein Teil der Herde neben den Pferch läuft.

    Die Schwierigkeit bei diesen Aktionen besteht für Hund und HF die Aktionen des Hundes richtig zu dosieren, wieviel Druck braucht die Herde, wann ist zu viel Druck, kommt der Hund zu früh an den Pferchausgang dreht die Herde evtl. wieder ab, kommt er zu spät oder zu langsam muß er sich evtl. zwischen Schafen und Netz durchquetschen und löst da evtl. Hektik aus.das-schaeferhund-forum.de/wcf/attachment/17965/


    Foto: Hurdensprung, beim LH mit Holzhurden, wohl damits Stilecht ausschaut

    Ich selber habe mit HSH keine Erfahrungen da ich ja aus den geschilderten Gegebenheiten garkeine hätte einsetzen können.

    2 mir persönlich bekannte Kollegen mit ähnlich strukturierten Betrieben haben für den Schafzuchtverband Ba.Wü. eine teuer bezahlte Studie gemacht, deren Ergebnissen habe ich teilweise interpretiert..


    Ansonsten finde ich es immer wieder spannend wie Menschen die noch nie in ihrem Leben in einem größeren Hütebetrieb gearbeitet haben die Schäfer belehren wollen wie sie ihre Arbeit zu machen haben.

    er ist mit der Schafherde, erwachsenem Hund, jungem Hund und Esel gewandert. War der Esel einfach nur da oder hatte der vielleicht sogar eine

    Der ist als Lasttier für die Pferchnetze, das Weidezaungerät und Teile meines Gepäcks mit unterwegs gewesen. Als Wolfabwehrkräfte halte ich Esel für ungeeignet.


    Ich habe oben über die Gegebenheiten in meinem ehemaligen Betrieb berichtet und fazit war für mich bei uns wäre der Einsatz von HSH nicht möglich Punkt

    jetzt juckt`s mir aber doch in den Fingern da mal ein bisschen Sachlichkeit in die Runde zu bringen.


    Also, der Schutz von Weidetieren durch HSH ist grundsätzlih möglich und auch effektiv für die im Osten und Norden Deutschlands vielfach übliche Haltungsform von Schafen und Ziegen in Koppeln, gerade für die großen Herden mit mindestens 2 Hunden in der Herde.


    Für die kleineren Koppelhaltungen im Nebenerwerbs- und Hobbybereich ist Schutz durch HSH natürlich auch eine Möglichkeit, vorausgesetzt der Tierhalter eignet sich genug Fachwissen über die Dynamik zwischen Weidetieren und HSH, und deren Eigenarten an.


    Für die hier im Süden noch weitgehend übliche Hütehaltung mit großen Herden sieht die Sache allerdings ganz anders aus.Ich möchte das gern am Beispiel meines ehemaligen Betriebes schildern.


    Wir beweideten vom April bis Oktober ca 150 ha Landschaftspflegeflächen aufgeteilt in ca 20 Einzelparzellen im Umkreis von 25 km um unseren Betriebsstandort, und das in normalerweise 2 Durchgängen pro Saison in fast ausschließlich Hütehaltung.Im Hrbst- und Winter wanderten wir durch unseren halben Landkreis um auf den abgeernteten Feldern und Wiesen unsere Schafe satt zu bekommen, also auch ständiger Weidewechsel.

    Nachts sind die Schafe im Pferch, in der Sommerhitze auch über mittag.

    An geeigneten Pferchplätzen mangelt es an den einzelnen Hutungen, diese sind deshalb da wo sie eingerichtet werden können, recht klein. Ein Einzäunen der Hutungsflächen ist nicht möglich da es i.d.R. geschützte Mager- und Trockenrasen sind, da sollen die durch die Schäfe aufgenommenen Nährstoffe nicht in der Nacht wieder ausgeschieden werden um keinen Nährstoffeintrag in die Fläche zu verursachen und die Flächen müssen auch frei für die Menschen betretbar sein.das-schaeferhund-forum.de/wcf/attachment/17863/

    So eng stehen die Schafe im Nachtpferch, die HSH brauchen aber Platz zum patrollieren und auch ihrer eigene Herde nicht zu viel in der Nacht zu beunruhigen.In großen Koppeln funktioniert das, im Pferch nicht.

    Jetzt kommt der Punkt Arbeitsaufwand:

    Selbst wenn wir jetzt genügend grosse Pferche hätten und es morgens zum Hüten geht müssen die HSH aus dem Pferch genommen und zurück auf den Betrieb gefahren werden um dort den Tag über auf ihren nächsten Nächtlichen Einsatz zu warten, entweder im Schafstall, wenn das nicht geht müssten extra Zwinger für die Hunde errichtet werden.

    Ein einfach mit der Herde mitlaufen lassen ist aus mehreren Gründen hier nicht möglich, die Konstellation Hütehunde aussen an der Herde, die aus Sicht des HSH ja nix anderes machen wie das Wolfsrudel im Jagdmodus, halte ich schlichtweg für ziemlich undurchführbar und darüberhinaus hast du als Hüteschäfer doch auch oft Spaziergänger, mit und ohne Hund, Jogger, Wanderer und auch mal den einen und anderen Landwirt bei dir, da sehe ich gewaltiges Konfliktpotential.

    Noch ein Problem gilt es zu bedenken, wenn sich die Schafe mal an ihre HSH -Kumpels gewöhnt haben, was ja arbeits-und zeitmäßig auch kein klacks ist, wozu es im ungünstigsten Fall 3-4 neue Generationen Schafe braucht, müssen sich die Hütehunde mit noch mehr Druck gegenüber den Schafen durchsetzen, die Herde hat dann einerseits die lieben netten Kumpel, die ihnen gegenüber ein eher defensives Verhalten zeigen und dann wieder diese bösen Hütehunde die ihnen verwehren in Nachbars Raps sich den Bauch vollzufressen.


    Wir waren hier in der Gegend zum Glück von Wölfen bisher verschont ausser ein paar durchziehende Einzeltiere,

    aber meine Beobachtungen der Infos über Wolfsangriffe auf Weidetiere lässt mich vermuten dass die gehüteten Herden garnicht so gefährdet sind wie die Koppelhaltungen. Die Hüteherden wechseln alle paar Tage ihren Standort, der Geruch und die Anwesenheit von Mensch und den Hütehunden hält sich weiträumig in der Gegend und schreckt den Wolf möglicherweise ab.

    In den Ländern in denen das Zusammenleben von Weidetieren und großen Beutegreifer mehr oder auch weniger gut klappt ist mehr menschliche Anwesenheit bei den Tieren, es werden die HSH nicht in den Zaun gestellt sondern patroullieren aussen und es kracht auch mal ein Schuß.In Armenien gibt es noch die Strategie sich in der Gegend ein Wolfsrudel durch einen Luderplatz anzufüttern, dieses Rudel hält das Revier sauber gegenüber Futterkonkurrenz.

    Aber das sind alles keine dichtbesiedelten, von zig Verkehrswegen durchzogenen Gegenden wie in D

    Schafherde beim Weidewechsel zum nächsten Naturschutzgebiet


    Meine Strategie, wenn wir hier ein Wolfsproblem bekommen hätten wäre folgende gewesen:

    Die Naturschutzbehörde bildet eine TASK FORCE aus freiwilligen Wolfsfreunden die in den Nächten am Lagerfeuer die Pferche der Schäfer bewacht, so hätten wir ruhig schlafen können und die freiwilligen Helfer ihren Drang nach Abenteuer und Romantik auf nützliche Art befriedigen.

    , in der Weitwanderszene

    Weitwanderszene mit Hund? Man lernt immer noch was neues, klär uns doch bitte mal auf.

    Ich bin ja vor fast 40 Jahren vom Bodensee mit 250 Schafen und 1 erw. Hütehund und 1 Welpen und 1 Esel in 4 Wochen hierher nach Mittelfranken gewandert.

    Gehörte das wohl auch dazu und wird vielleicht auch bald mit einer Tierschutzverordnung verboten, da viel zu weit.

    muss ich nicht, denn ich hoffe das es darauf hinausläuft, das privater Schutzdienstsport verboten wird.

    Also diese Aussage von Holger ist schon starker Tobak, nach dem Verbot von Stachler und Tele (was ich übrigens nicht verurteile) käme dann ein Verbot des Schutzhundesports, danach wohl ein Verbot des Zughundesports weil den armen Hundchen ja dann "so schwere Lasten" hintendran gehängt werden, dann wird den Schäfern der Einsatz von Hütehunden verboten weil die armen Tierchen da oft länger wie....Stunden laufen müssen ( über Leistungshüten haben sich ja auch schon Tierschützer ihr "Fachwissen" verbreitet, und was dann an Verboten im Jagdhundebereich noch folgen wird kann ich mir garnicht alles ausdenken da davon keine Ahnung.