Da verstehe ich jetzt den Zusammenhang nicht. In dem Urteil geht es um eine Kaufrechtangelegenheit da die "Ware" nicht der Beschaffenheitsvereinbarung im Kaufvertrag entsprochen hat. Oben drauf kommt dann noch eine "arglistige Täuschung", da der Verkäufer dieses bei Vertragsabschluss wusste. Hat jetzt nicht wirklich irgend etwas mit "Linien, Urahnen und Abstammung" von Hunden (oder Pferden) zu tun...
Waschbär
Moderator
- Mitglied seit 5. Februar 2012
Beiträge von Waschbär
-
-
Diensthunde besitzen in den USA in der Bevölkerung einen ganz anderen Stellenwert als hier bei uns. Oft gibt es Verabschiedungen aus dem Dienst oder (im Falle von verstorbenen Hunden) Trauerfeiern für sehr erfolgreiche Hunde, auf denen unzählige Polizisten oder Soldaten anwesend sind. In der US-Armee haben Diensthunde generell mind. den militärischen Rang eines Sergeants, werden aber immer einen Rang höher eingestuft als ihr Hundeführer. D.h. je höher der Rang eines DHFs, desto höher auch der Rang seines Diensthundes.
-
Kriegen das die HZ Hunde auch? Kann das der Grund sein? Dass die halt oft eigentlich TSB nicht vorhanden oder so kriegen müssten und dann kackt es die an, weil es züchterisch nicht gut aussieht?
Ja, die bekommen das natürlich auch und ja, natürlich wird sich der ein oder andere der vielleicht "nur" ein TSB vh bekommt darüber genauso mukieren, wie der LZ Mensch, der auch gern ein V auf einer Schau bekäme 🤷♀️
Ich persönlich finde, dass man einfach auch schauen muss, ob das eine oder das andere Kriterium nun für das persönliche Zuchtziel überhaupt so relevant ist, als dass sich der Wirbel und die Diskussion darüber lohnt.
Ja, seh ich auch so. Es käme sicherlich auch niemand auf die Idee dann das Vorzüglich auf Schauen einfach abzuschaffen.
Also der Gerechtigkeit halber meine ich
Da vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Das "V" auf der Schau entspricht dem "V" in der Prüfung. Also in IGP einer Gesamtpunktzahl von 286 bis 300 Punkten (bzw. in den Einzelabteilungen von 96 bis 100). Und diese Bewertung soll keinesfalls abgeschafft werden. Die TSB-Bewertung im Schutzdienst ist eine zusätzliche Bewertung. Wenn zwei Hunde in einer Prüfung in Abteilung C z.B. 80 Punkte erreicht haben kannst Du Dir nicht wirklich vorstellen wie sie sich dabei präsentiert haben. Aber wenn der eine die Zusatzbeurteilung TSB "ausgeprägt" erhalten hat und der andere TSB "vorhanden", dann kannst Du in etwa ahnen aufgrund welcher Kriterien welche Punktabzüge erfolgt sind.
Übrigens kommt seit vielen Jahren aus dem "Fährtenhund-Lager" die Forderung eine TSB-Beurteilung generell auch in der Fährtenarbeit einzuführen.
-
Bin mir sicher fragt jemand nach zierlichen schwarzen Schäferhunden wird er Züchter/Zuchthunde empfohlen bekommen. Fragt man nach gelassen/nervenstark ist das Ansinnen ein unmögliches?
...Im Gespräch am Hundeplatz teilt man die Info im Internet nicht?
Die Heratibilität von Körpermerkmalen ist ja auch bedeutend höher als die von Merkmalen, die die Leistungsveranlagungen und das Wesen betreffen. Verpaart Züchter X die kleine und leichte schwarze Hündin Biene mit dem kleinen und mittelkräftigen schwarzen Rüden Bello (beide Hunde aus Leistungslinien), dann werden aus dieser Verpaarung schwarze Hunde kommen die mit allergrößter Wahrscheinlichkeit eher klein bis mittelgroß, aber nicht übergroß werden. Verpaart Züchter Y diese beiden Hunde kannst Du das gleiche Ergebnis erwarten, weil Umwelteinflüsse wie die Haltungs- und Prägungsbedingungen durch den Züchter diesbezüglich keine Rolle spielen.
In Bezug auf die Gelassenheit und Nervenstärke sieht das aber anders aus. Wenn die Hündin bei Züchter X im Wohnbereich wirft, die Welpen in ihren ersten Lebenswochen dort aufwachsen und täglich Umgang mit Menschen (und zwar möglichst vielen Menschen) haben, von Anfang an gewöhnt sind dass sich Menschen um sie herum bewegen (ohne dass das für sie eine Bedeutung hat) während sie schlafen (erst in der Wurfkiste und später überall auf dem Fußboden verteilt), dabei der Staubsager und das Radio läuft usw., und die Mutterhündin sich völlig gechillt in diesem umfeld verhält, dann sprechen sie auf derartige Umweltreize, aber auch auf völlig andere, völlig anders an als wenn die selbe Hündin vom selben Rüden die Welpen in der Zwingeranlage von Züchter Y zur Welt bringt. Und dort jedes mal zig Hunde in der Zwingeranlage, einschließlich der Mutterhündin, völlig hoch drehen wenn sich ein Mensch der Anlage nähert. Auch wenn die Welpen dann von der Mutter und den anderen Hunden getrennt und anderweitig in einem Zwinger/Auslauf untergebracht werden wird das Erscheinen eines Menschen immer das Signal für sie bleiben dass sie nervlich hoch drehen, sich freuen dass der Mensch kommt und für Abwechlslung sorgt. Und durch diese "Glückshormone", die dabei freigesetzt werden, prägt sich ihnen so ein Verhalten richtig tief ein.
Somit kann ein Welpe, den Du im Alter von 10 Wochen irgendwo siehst, total gechillt sein. Oder sich aber benehmen wie das berühmte Duracell-Häschen. Bei einer gleichen Genetik... Beim ersten Welpen ist das Erscheinen bzw. die Anwesenheit des Menschen nicht automatisch der Trigger geworden für Action und aufgeregte Erwartungshaltung. Beim zweiten Welpen funktioniert prägungsbedingt diesbezüglich der "Aus-Schalter" nicht und er wird automatisch durch die Anwesenheit von Menschen entsprechend getriggert.
Natürlich gibt es auch genetische Komponenten für das Grundwesen und die Arbeitsveranlagungen. Aber die Heratibilität liegt bei diesen signifikant unter der für die Körpermerkmale. Wenn Du einen einzelnen Hund siehst mit Defiziten in Bezug auf die Nervenstärke, dann kannst Du erst einmal nicht beurteilen ob das an dessen Genetik liegt oder an der Prägung. (Oder ob vielleicht sogar noch epigenetische Einflüssen mit rein gespielt haben.) Erst wenn sehr viele Nachkommen eines einzelnen Hundes nach einem standardisierten Schema gesichtet und beschrieben werden können Rückschlüsse auf entsprechende genetische Komponenten gezogen werden (man geht da wissenschftlich von einer Anzahl von mind. 100 direkten Nachkommen aus). Aber selbst da kann die Prägung die Aussagekraft noch verfälschen (wenn überproportional viele Hunde unter schlechten Prägungsbedingungen aufgezogen worden sein sollten).
Und es geht bei den Besuchen von Hundeplätzen und Veranstaltungen darum mit möglichst vielen verschiedenen Menschen zu sprechen. Und noch wichtiger ist das Gucken, Gucken, Gucken... Hunde nämlich... Viele verschiedene Hunde zu sehen, von vielen verschiedenen Menschen, und zu erkennen welcher Typ von Hund einem gefällt. Und welcher nicht... Und darüber nachzudenken warum... Und dann erst macht es Sinn zu beginnen genauere Fragen zu stellen, und zwar den Leuten die die Hunde haben die einem gefallen.
-
Waschbär wenn es für jemanden der auf Hundesuche ist, schon nicht möglich ist anhand der Working-Dog oder SV-Docx-Profile etwas herauszulesen, das für ihn relevant sein könnte, wie soll derjenige dann auch noch auf Epigenetik Rücksicht nehmen können?
Es ist schlicht unmöglich die Lebensumstände aller Eltern und Grosseltern zu kennen oder herauszufinden. Das wird vielleicht mal in einem Einzelfall gehen wo ein Züchter nur das verpaart was er am Hof oder in unmittelbarer Nähe hat. Aber dann hört's auch schon auf. Und jetzt erzähl mir nix von wegen "muss man sich halt Mühe geben". Die Väter und Grosseltern stehen zum Teil (und nicht zum unerheblichen Teil) in Tschechien, Polen, der Slowakei, Dänemark, Schweden oder Belgien. Da gurkt kaum ein Privatmensch oder auch kaum ein Hundesportler durch ganz Europa um zu gucken wie der Urgrossvater von einem potentiellen Welpen an 2 Tagen in denen man es sieht, lebt. Du wirst mir ja nicht erzählen wollen, dass Du als Züchterin Dir die Lebensgewohnheiten des Rüden, dessen Eltern und dessen Grosseltern genauestens angesehen hast.Also was nützt uns das dann? Nix, ausser dass man halt weiss dass die Epigenetik auch eine Rolle spielen kann und wenn man einen Hund hat der Gitter hasst, könnte der einen Vorfahren gehabt haben der permanent hinter Gittern war und da seinen Frust abgelassen hat.
Aber für die Auswahl eines Wurfes/Welpen kann das keine Rolle spielen denn das ist einfach nicht nachzuvollziehen. Ausser man ist vor 50 Jahren ins Geschäft eingestiegen und kennt seither alles und jeden. Und das wird wohl bei niemandem der Fall sein.Pinguetta und Axman haben es richtig verstanden. Und für mich gibt es in der Tat auch Hunde die ich in der Zucht außen vor lasse, weil ich weiß was die erlebt haben bzw. erlebt haben werden (aufgrund anderweitiger Erfahrungen) bei ihren Ausbildern.
Das Thema warum ein Hund mental "geworden ist wie er ist" ist sehr komplex. Und neben der "08/15-Genetik" frei nach Gregor Mendel spielen da nun mal noch manch andere Faktoren mit rein. Die Herabilität von Merkmalen, welche die Leistungsveranlagungen und das Wesen betreffen, ist signifikant niedriger als die Heratibilität von Körpermerkmalen. Was bedeutet dass die "Genetik" keineswegs egal ist in Bezug auf Leistungsveranlagungen und Wesen. Aber Umwelteinflüssen nehmen direkt und indirekt (Letzteres z.B. über die Epigenetik) einen stärkeren Einfluss auf das Wesen und die Arbeitsanlagen als bei den Körpermerkmalen. Weswegen z.B. das Grundwesen eines Hundes, z.B. wie aktiv oder reaktiv er ist, dann auch schon mal mehr epigenetischen Einflüssen und/oder seiner Prägung geschuldet sein kann als dass er ein Enkel von Hund X oder ein Urenkel von Hund Y ist.
-
Und ich bringe jetzt noch den Aspekt "Epigenetik" mit ins Spiel...
Es gibt Würfe in denen alle Hunde ähnliche gute Wesenszüge und Triebveranlagungen hatten. Und dann verkauft der Züchter die Hündin (oder gibt sie in Zuchtmiete) und ein oder zwei Jahre später lässt der andere Züchter die selbe Hündin vom selben Rüden noch einmal decken. Und die Hunde aus diesem Wurf unterscheiden sich dann im Wesen (z.B. ihrer Nerventätigkeit und nervlichen Belastbarkeit) deutlich von den Hunden des ersten Wurfes... Hat es so gegeben...
"Nervliche Belastbarkeit" und Aktion/Reaktion in Bezug auf Umweltreize und soziale Interaktionen ist immer auch abhängig davon ob ein Individuum viel oder wenig Stress oder gar Angst empfindet und ob und wie schnell sein Organismus hormonell dagegen ansteuern kann. Inzwischen weiß man dass diesbezügliche Lebenserfahrungen weiter "vererbt" werden können.
Von daher sollte man es sich, basierend auf dem diesbezüglichen heutigen Wissen, gut überlegen ob man einen Welpen wählt oder einen Deckrüden, bei dem man weiß dass ein Eltern- oder Großelterntier mit Hilfe von extremen Starkzwang ausgebildet wurde und/oder unter Bedingungen leben musste die starken Stress bei den Hunden ausgelöst haben (z.B. große Zwingeranlagen mit entsprechend permanenter Unruhe für die Hunde).
Und auch der Diskussion über die durch die sog. "Hunde-Mafia" in ausländischen Drecksställen unter unsäglichen Lebensbedingungen produzierten und ins Land geschmuggelten Welpen würde es gut tun wenn der Aspekt Epigenetik mit in den Fokus der Öffentlichkeit rücken würde. Otto Normalverbraucher muss klar werden dass ein Welpe nur dann zu einem nervenstarken und sozialverträglichen Hund heran wachsen kann wenn nicht nur seine Mutter, sondern auch seine anderweitigen Vorfahren ihr Leben nicht in Angst und Schrecken und unter Entbehrungen und großem Stress verbringen mussten.
Von daher muss es nicht unbedingt eine andere Genetik sein (in Bezug auf die wesensmäßigen Veranlagungen) die aus einem Hund einen dominant agierenden Hund macht, der im Schutzdienst konsequent, aber nicht "spektakulär" arbeitet. Oder einen Hund der aufgrund einer höheren Nerventätigkeit blitzschnell reagiert und dadurch spektakulär "sticht" (also mit blitzschnellen Anbissen) und der bei der "langen Flucht" sein Tempo vor dem Helfer noch einmal deutlich erhöht, was dann einen spektakulären Anbiss ergibt (frei nach dem Motto "Rette sich in den Ärmel wer kann, bevor es irgendwie gefährlich wird."). Da können, neben der Genetik, tatsächlich auch die Lebenserfahrungen der Eltern, Großeltern, Urgroßeltern mit rein spielen.
https://www.kinderhilfswerk.at…rungen-vererbt-werden.pdf
Epigenetik: Mäusekinder erben Erfahrungen der GroßelternVererbung über drei Generationen: Opas Furcht vor einem Geruch beeinflusst noch seine Enkel. Grund ist die so genannte epigenetische Vererbung.www.spektrum.deNarben im Erbgut - Trauma vererbt sich über vier Mäuse-GenerationenKriegserlebnisse, Hungersnöte oder auch persönliche traumatische Erfahrungen – man vermutet, dass die damit zusammenhängenden Ängste und Gefühle in unserem…www.deutschlandfunk.de -
Man will Hunde, die sich mit modernen Ausbildungsmethoden ausbilden lassen.
Die granitharten, stoischen Hunde die vor vielen Jahren eher üblich waren kann man oft nicht gut mit heute erlaubten Mitteln ausbilden.
Gerade die vielen "granitharten" Hunde von früher, die dann irgendwann als "nicht mehr führbar" von der Bildfläche verschwunden sind, würde ich gerne heute noch mal sehen wenn sie mit dem heutigen Wissen über Hundeausbildung von jemandem, der die modernen Ausbildungs"methoden" verstanden hat, ausgebildet worden wären.
-
Da spricht man aber von Wahrscheinlichkeiten und nicht von Rezepten wie beim Cocktail mixen.
Es hat ja auch niemand Rezepte und Garantien verlangt, sondern es geht mir rein um die Möglichkeit Informationen wie "dieser Rüde bringt das und das in die Linie" oder "Hunde die über xy kommen neigen zu diesem und jenem". Dann kann jeder sich eine Ahnentafel angucken und sehen "aha, wir haben das drin, dieses drin und jenes drin, das Ergebnis wird wahrscheinlich sowas sein".
Wenn die Geschichte DERART einfach wäre, dann würde ja jeder nur noch gute Hunde züchten. Wenn selbst JEDER (also auch züchterische Laien) so etwas aus Ahnentafeln heraus lesen könnte...
-
Als vor Jahren der Gringo JaNaKa Weltmeister wurde, hat ganz Spanien mit dem Rüden gedeckt. Naja, ich denke schon vor der Weltmeisterschaft, weil man Gringo u.a. das "Perfekte Stellen & Verbellen" und die perfekte Dominanz etc nachsagte.
Oh je, hoffentlich rächt sich das nicht mittel- bis langfristig...
-
Um den Pferden Vergleich nochmal zu bemühen, mit einem Franziskus Nachkommen habe ich vermutlich gute Chancen einen Dressurbegabten Muli zu erhalten. Mit einem Contendro Nachkommen hoffentlich ein gutes Springpferd. Das ein Franz Nachkommen auch passabel über Hürden springen kann (zeigt er ja selbst auch unter Klimke) oder ein Contendro eine gute Figur im Viereck machen kann ist ja nicht auszuschließen.
So eine Aussage kann man in Bezug auf die Schäferhundzucht in der Tat auch machen. Suche ich einen Hund mit Veranlagungen für die Vielseitigkeit ( = den sportlichen Dreikampf = IGP), dann wähle ich eher einen Nachkommen z.B. von einem Xero vom Waisagrund oder Hades vom Eisernen Kreuz. Also Hunde die (neben ihrer Eigenleistung) weiter hinten in der Ahnentafel bekannte Leistungsvererber/innen führen wie Fero Zeuterner Himmelreich, Mink Haus Wittfeld, Harro Lechrainstadt, Bernd/Bodo Lierberg, Umsa Bungalow, Aldo Eltersberg usw.
Möchte ich aber einen Hund der ausdauernd und nett im Kreis traben kann, dann wähle ich eher einen Nachkommen
von Rüden wie z.B. Mio vom Team Hühnegrab oder Schiwago von Bad-Boll, die weiter hinten in der Ahnentafel über Vererber kommen wie z.B. Fanto Hirschel, Zamb Wienerau, Ulk Arlett oder Ursus Batu usw.
Und im Einzelfall macht auch mal ein Hund aus den sog. Leistungslinien im Ausstellungsring eine relativ gute Figur (entsprechendes Training und Führen voraus gesetzt). So wie auch im Einzelfall mal ein Hund aus den sog. Hochzuchtlinien im Sport eine relativ gute Figur machen kann (entsprechendes Training und Führen voraus gesetzt).
Also alles durchaus ähnlich wie in der Spring- und Dressurpferdezucht, bei der ja auch eine relativ starke Trennung in den einzelnen Zuchtlinien erfolgt ist (wie beim DSH).
-
Offensichtlich kann man ja schon sagen "Hund a hat Hund b mit Eigenschaft c, Hund d mit Eigenschaft c, Hund e mît Eigenschaft f und Hund g mit Eigenschaft h in der Abstammung, also ist zu erwarten dass Hund a Eigenschaft c, f und h mitbringt, aber eher nicht Eigenschaft x, y und z".
Da spricht man aber von Wahrscheinlichkeiten und nicht von Rezepten wie beim Cocktail mixen.
Ja, es gibt gute Vererber, es gibt aber auch schlicht hervorragende Ausbilder und wenn ein Team über Jahre Nachzucht aus ihren eigenen Hunden ausbildet, verschwimmt da sehr schnell die Linie zwischen Genetik und Ausbildung.
Da ist es wesentlich einfacher zu sagen Rüde X vererbt oft Zahnfehler oder Rüde Y bringt oft weiche Ohren.
Und oftmals sind manche Deckrüden auch einfach Mode, weil gerade erfolgreich, im Besitz bekannter HF/Züchter oder halt einfach weil...
Wie Axmann schon schrieb, gerade bei Hunden im großer Nachkommenschaft, verschwindet der Großteil komplett von der Bildfläche. Da ist es einfach nicht möglich zu sagen, ob der Bruchteil, der wieder auf der großen Bühne erscheint "typisch" ist, oder eben nicht.
Ich denke mal dass viele Züchter das Phänomen kennen werden dass Deckrüden aus dem Umfeld, in dem sie leben und trainieren, teilweise deutlich weniger (und manchmal auch gar keine) Hündinnen zugeführt bekommen als von Züchtern die weit weg leben. Weil letztere die Rüden nur auf den Veranstaltungen wahrnehmen, ebenso wie größtensteils auch deren direkte Nachkommen. Die Züchter aus dem näheren Umfeld eines Rüden bekommen hingegen auch mit wenn ein Hund z.B. im Training mal schlecht aussieht, als Junghund eine schlechte Phase hatte, ein Wurfbruder oder eine Wurfschwester deutliche Defizite bezüglich der Arbeitsveranlagungen oder im Wesen zeigt oder krank ist, das Vorröntgen bei ihm/ihr schlecht war usw.
-
Danke für Deinen Beitrag, Waschbär. Sehr interessant. Ich werde den Eingangspost noch optimieren müssen, denn mein Gedanke dahinter waren eigentlich die charakterlichen Eigenschaften und nicht detaillierte gesundheitliche Aspekte. Denn ich glaube, die Garantie einen gesunden Hund zu kaufen hat man nie, irgendwas ist immer.
Aber es wird hier immer wieder der Rat gegeben, sich einen Hund aus solchen und solchen Linien zu kaufen, jedoch wird nie gesagt welche Linien und Vererber denn was mitbringen/wofür geeignet sind/wo die Wahrscheinlichkeit diesen oder jenen Hund zu bekommen wie hoch ist.
Weil das immer nur eine Einzelfall-Beurteilung sein kann. Welche Linien über welche Hunde werden bei einem Wurf miteinander KOMBINIERT? Welche Linien- oder gar Inzuchten treten auf?
-
Bei den Stockhaar im SV nicht viele... Man muss halt suchen. Zudem ist man bei Gendefekten mit autosomal rezessivem Erbgang auf der sicheren Seite wenn ein Zuchtpartner getestet und "frei" ist. Mit Ausnahme des MDR1-Defektes, weil bei dem auch "Träger" dadurch betroffen sein können dass sie bestimmte Wirkstoffe und Narkosemittel schlechter vertragen als "freie" Hunde.
Hat man seine Hündin testen lassen und die ist überall "frei", und hat sie nicht den Risiko-Haplotyp bezüglich Keratitis, dann können ihre Welpen ja maximal "Träger" sein sollte ein Deckrüde in Bezug auf einen oder mehrere Gendefekte bzw. seinen Haplotyp betroffen sein. Und sind somit phänotypisch nicht betroffen, d.h. sie können diese Genetik dann zwar ggf. weiter vererben, aber als Träger selbst mit aller Wahrscheinlichkeit nicht daran erkranken. Mit Ausnahme des MDR1-Defektes, aber der wird ja zumindest im "Labogen-Paket" für DSH mit getestet (und zumindest das lassen ja inzwischen immer mehr Deckrüdenhalter durchführen). Das ist derzeit der "Ist-Bestand", mit dem man arbeiten kann.
Optimal wäre es wenn alle Zuchttiere auf alle rasserelevanten Gendefekte "gescreent" wären, so wie es in einigen anderen Zuchtvereinen bereits Pflicht ist. Ich hoffe mal dass sich das Screenig bei Feragen, Embark oder MyDog-DNA stärker durchsetzen wird. Zumindest bei den Deckrüdenhaltern, denen ein sinnvoller Zuchteinsatz ihrer Rüden wichtiger ist als dass diese möglichst viele Hündinnen decken.
Und ja, Nadine züchtet inzwischen im RSV. U.a. weil sie dadurch leichter "gescreente" Rüden in der Zucht einsetzen kann. Im SV ist es ja leider ein Problem dass die Auflagen für den Zuchteinsatz von Rüden aus anderen Zuchtvereinen relativ hoch sind (z.B. versteht nicht jeder ausländische Decküdenhalter dass er für eine Zuchtzulassung seines Rüden im SV u.a. auch SV-Mitglied werden muss, und das vielleicht für nur eine einzige Hündin die aus Deutschland zum Decken kommt).
Unsere Hoffnung ist dass sich das DNA-Screening und die DLA-Haplotypenbestimmung mit Laufe der nächsten Jahre mehr durchsetzen wird (so dass mehr gescreente Rüden zur verfügung stehen). Für die Züchter ist es ja auch kaufrechtlich relevant (d.h. ob sie bei Auftreten von Sachmängeln, die durch eine entsprechende Zuchtselektion hätten verhindert werden können, nur gewährleistungspflichtig sind, oder darüber hinaus auch schadensersatzpflichtig).
-
Die Frage ist: Welchen Vergleichswert setzt man an? Wann war der Malinois angeblich härter, solider und resilienter als heute?
Ich kenne Malinois seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und darunter schon immer auch vergleichsweise viele mit starken (teilweise ganz starken) nervlichen Einschränkungen. Bei einigen zog sich das durch den kompletten jeweiligen Wurf. Andere hatten teilweise "prominente" ( = im Spitzensport hoch erfolgreiche) Wurfgeschwister. Die damailgen Züchter in Belgien und den Niederlanden machten auch keinen Hehl daraus diesbezüglich stark zu "merzen" (bereits bei den Welpen) und lachten über die "dummen Deutschen", die Hunde mit diesbezüglichen Einschränkungen, die bereits im Welpen-/Junghundalter sichtbar wurden, weiter aufgezogen und nicht "gemerzt" haben.
Von daher: Ab wann sollen die diesbezüglichen Gebrauchshundeeigenschaften beim Malinois angeblich nachgelassen haben? Erst nach Klärung dieser Frage könnte man erörtern ob das tatsächlich so ist. Oder ob es den Prozentsatz der Rasse, bei dem das so ist, "früher" ( = wann immer das gewesen sein soll) auch schon gegeben hat, man den aber lediglich nicht wahrgenommen hat (weil diese in Belgien, den Niederlanden und auch Frankreich ohne großes Fackeln von der Bildfläche verschwunden und somit nirgendwo in Erscheinung getreten sind).